Donnerstag, 26. Februar 2009

Urbanisierungsprojekt in Imbassaí

Nach Karneval und somit dem Ende der Sommersaison beginnt rege Bautätigkeit in Imbassaí. Das ganze nennt sich "Urbanisierungsprogramm" und den Dorfbewohnern wird eine Verbesserung der Lebensbedingungen versprochen - was auch an sich dringend notwendig und sowohl für Mensch und Natur von Vorteil ist.

In der Realität sieht es leider so aus, dass die wunderschönen traditionellen Häuser der ärmeren Bevölkerung "aus Umweltschutzgründen" abgerissen werden (20 Meter vom Flußufer entfernt dürfen keine Gebäude bestehen bleiben laut Umweltgesetz des Bundesstaates Bahia), die Menschen sozusagen "zwangsumgesiedelt" werden - es werden ihnen zwar größere, jedoch definitiv wertlosere Grundstücke weit von ihrem traditionellen Wohn- und Lebensumfeld im Landesinneren zum Tausch angeboten - ein Geschäft, dass nur auf den ersten Blick ein Gutes ist. Die vornehmen Anwesen der reichen Villenbesitzer in Fluß- und Strandnähe werden jedoch nicht abgerissen - erstaunlich?
Dennoch hat das Urbanisierungsprojekt auch seine Vorteile - zum Beispiel wird die Wasserversorgung mit vorbehandeltem sauberen Leitungswasser und "modernen" Abwassersystemen endlich sichergestellt und das Wäschewaschen im Fluß ist somit hoffentlich Geschichte - auch wenn es ein wenig romantisch anmutet und übrigens bei dieser Hitze mit Sicherheit die angenehmste Form ist, Wäsche zu waschen! Einfach einen Bikini angezogen und mitsamt der Wäsche in den kühlenden Fluß, ein alter Plastiktisch dient als Unterlage beim Schrubben).

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